
Lisa Vieth zeigt eindrucksvoll, wie erfolgreich praktizierter Artenschutz sein kann. Seit Jahren engagiert sie sich für das LBV-Artenschutzprogramm "Wiesenweihe" im Landkreis Würzburg rund um Gerolzhausen.
Die kontinuierliche Zerstörung großer Feuchtgebiete, dem natürlichen Lebensraum der Wiesenweihe, hat zu einem starken Rückgang des Bestands dieser eleganten Greifvögel geführt. Aufgrund der Lebensraumverluste brütet die Wiesenweihe heute fast nur noch in Getreidefeldern. Hier drohen dem Bodenbrüter jedoch andere Gefahren. Da der Erntezeitpunkt für Wintergerste und Winterweizen in der Regel vor dem Ausflugzeitpunkt der Jungvögel liegt, fallen die meisten Bruten dem Mähdrescher zum Opfer. Hier setzt das Engagement der Wiesenweihenschützer:innen an. Sie spüren die Bruten bereits im Vorfeld in der Agrarlandschaft auf und leiten in Absprache mit den Landwirt:innen und den Naturschutzbehören vor Ort Schutzmaßnahmen in die Wege.
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Birding interessiert immer mehr junge Menschen. Das konnten die Teilnehmer einer Vogelstimmenwanderung erleben, zu der die Hochschulgruppe des Landesbundes für Vogel- und Naturschutz (LBV) an der Universität Würzburg eingeladen hatte. Die Exkursion führte rund um den Blauen Hügel in Gerbrunn. Das abwechslungsreiche und siedlungsnahe Gebiet umfasst unterschiedliche Biotoptypen, wie Streuobstwiesen, Weinberge und Trockenrasen. Auf dem etwa fünf Kilometer langen Rundweg konnten die Teilnehmer viele bekannte Vogelarten wie Bunt- und Grünspecht, Star und Mönchsgrasmücke beobachten. Besonders beeindruckend war der Gesang der Feldlerche, der sich durch rhythmisch wiederholte Triller auszeichnet. Minutenlang trägt der Flugsänger seinen Gesang vor und schraubt sich dabei in Spiralen in den Himmel, bevor er wieder auf den Boden zurückgleitet. Um den ursprünglichen Charaktervogel der Äcker und Wiesen steht es allerdings vielerorts schlecht. Moderne Landwirtschaft mit intensiver Bodenbearbeitung und dem Einsatz von Pestiziden lässt seine Brutreviere und Nahrungsressourcen schwinden. In der Roten Liste Deutschlands wird die Feldlerche daher als "gefährdet" eingestuft. Weitere Höhepunkte der Exkursion waren Neuntöter, Gartenrotschwanz, Klappergrasmücke und Pirol. Der Gesang dieser Langstreckenzieher ist in unseren Breiten ab Ende April zu hören. Der zwitschernde Gesang des Neuntöters ist mit Imitationen anderer Vögel durchsetzt, während der scheue, leuchtend gelbe Pirol mit seinem geflöteten "didlioh" sich zu erkennen gibt. Der farbenprächtige Gartenrotschwanz beeindruckt dagegen durch seinen melodischen Gesang. Der Klappergrasmücke wiederum hat ihr mühlenähnlicher klappernde Gesang den volktümlichen Beinamen "Müllerchen" eingebracht. Die rege Beteiligung und das große Interesse an der rundum gelungenen Veranstaltung bestätigen die Bedeutung derartiger Angebote für die Umweltbildung und das gemeinschaftliche Interesse.
Fotos: Naemi Rau und Dale Auchinlek

Auf unserem Kanal posten wir regelmäßig aktuelle Termine zu regionalen und landesweiten Aktionen rund um den Naturschutz.
Außerdem stellen wir Ihnen unsere Kreisgruppe vor und geben Einblicke in die Arbeit des LBV vor Ort.
Folgen Sie uns und bleiben Sie gemeinsam mit uns auf dem Laufenden!

Wie in jedem Jahr laden wir Sie herzlich zu unseren zahlreichen Aktionen und Führungen ein:
Bei der Aktion " Mach mit uns das Heupferdchen" am 14. März können naturinteressierte Kinder ihr Abzeichen für Artenkenntnis erwerben oder am 26. April einen Nistkasten für Spatz & und Co bauen. Eltern und Großeltern sind natürlich ebenfalls herzlich willkommen.
Von März bis Juni bieten verschiedene Führungen Einblicke in unsere Biotop- und Artenschutzprojekte. Genaue Daten zu den einzelnen Veranstaltungen werden zeitnah auf der Internetseite unserer Kreisgruppe angekündigt.
Die Vogelstimmenexkursion am 09. und 10. Mai versprechen unter kundiger Begleitung ein ganz besonderes Klangerlebnis zu werden, dass Sie nicht verpassen sollten.
Beim Tagesausflug am 13. Juni zur LBV-Vogelauffangstation Regenstauf können Sie einen Blick hinter die Kulissen werfen und sich über die Arbeit der Kolleginnen und Kollegen vor Ort informieren.
Am 02. Juli lädt Sie Gudrun Helm vom Arbeitskreis Gebäudebrüter Würzburg zu einer Mauerseglerführung in das Würzburger Stadtgebiet ein.
Wer sich gerne mit Gleichgesinnten in geselliger Runde über das Vogel-und Naturgeschehen austauschen möchte, sollte sich schon einmal den 26. Mai und den 13. Oktober vormerken. Hier findet unser LBV-Stammtisch im Wirtshaus Postkutscherl statt.
Zum Saisonabschluss möchten wir Sie noch zur Streu- und Wildobstbörse am 10. Oktober und zu einer kleinen Wanderung im Irtenberger Forst am 11. Oktober einladen. Den Abschluß des diesjährigen Jahresprogramms bildet wie immer unsere Jahreshauptversammlung am 22. Oktober in der Umweltstation der Stadt Würzburg.

Die Freude bei Anette Yüksel und Anastasia Tschernjawski war groß, als ihnen Claudia Barthelmes vom Arbeitskreis Gebäudebrüter Würzburg des Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern e.V. (LBV) die Plakette "Schwalbenfreundliches Haus" überreichte. Frau Yüksel und ihre Mitarbeiterin Frau Tschernjawski betreiben seit mehr als fünf Jahren den Mainwiesenhof in Ochsenfurt. Hier fühlen sich nicht nur die liebevoll betreuten Ponys wohl, sondern auch zahlreiche Rauchschwalben, die sich den Mainwiesenhof als ihr Sommerdomizil ausgesucht haben. Dies beweisen die mehr als 50 Nester, die sich an die Deckenbalken des geräumigen Stalls schmiegen. Jedes Jahr im Frühling, wenn die Langstreckenzieher aus ihren Überwinterungsquartieren in Afrika an den Main zurückkehren, bereichern die quirligen Flugkünstler das Leben auf dem Mainwiesenhof, berichten die beiden Frauen. Rauchschwalben leben mit uns in Co-Abhängigkeit und haben sich als Kulturfolger über Jahrhunderte an unser Leben angepasst, vor allem in ländlichen Gegenden - in geringerer Zahl auch in den Städten. Illegale Zerstörung ihrer Nester, Insektenschwund durch klimatische Veränderungen und Pestizideinsatz sowie Modernisierung der alten Ställe zu zugigen und zu hellen Offenställen bereiten dieser Art zunehmend Probleme. Auch die illegale Bejagung auf ihren Zugwegen stellt eine große Gefahr für die Vögel dar. Infolge dessen befindet sich die Rauchschwalbe auf der Vorwarnliste gefährdeter Arten der Roten Liste Bayerns und Deutschlands. Mit der erworbenen Auszeichnung möchten Frau Yüksel und Frau Tschernjawski deshalb darauf aufmerksam machen, wie wichtig es ist, diesem Trend entgegenzuwirken und aktiv zum Artenschutz beizutragen.

Um herauszufinden, welche Vögel sich in Gärten oder Parks beobachten lassen, ruft der Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern e.V. (LBV) zusammen mit seinem bundesweiten Partner NABU traditionell am zweiten Maiwochenende zu seiner Aktion "Stunde der Gartenvögel" auf. An einem der größten Citizen-Science-Projekte Deutschlands, welches bereits seit mehr als 20 Jahren stattfindet, kann sich jeder beteiligen. Während des dreitägigen Aktionszeitraums erfassen die Teilnehmenden in einer frei ausgewählten Stunde die Anzahl aller Vogelarten, die sie in ihrem Garten, vom Balkon aus oder in einem Park beobachten können und übermitteln anschließend die Ergebnisse an den LBV. Die gesammelten Daten werden von Experten und Expertinnen ausgewertet und geben Hinweise darauf, wie sich die Vogelbestände in Deutschland langfristig entwickeln. Dies ist gerade in Zeiten von Umweltveränderungen wichtig, denn auf Grundlage der festgestellten Beobachtungstrends können Arten gezielt geschützt werden.
Mitmachen lohnt sich: Neben den vielen schönen Beobachtungsmomenten in der Natur nimmt jeder Teilnehmer automatisch an der Verlosung wertvoller Preise teil. Besonderes viel Glück hatte in diesem Jahr Cathrin Rieger. Die naturbegeisterte Würzburgerin nahm nach längerer Pause wieder einmal an der Aktion teil und wurde dafür gleich mit dem Hauptpreis des LBVs - ein hochwertiges Swarovski Fernglas – belohnt. Zusätzlich überreichte ihr die Ehrenamtsbeauftragte des LBV Unterfranken - Marlis Heyer - eine einjährige Geschenkmitgliedschaft im LBV. Über diesen "Extra-Gewinn" freute sich Frau Rieger besonders. Von nun an gut ausgestattet, wird sie die Vogelwelt nicht nur vor der Haustür immer gut im Blick behalten können.
Bayern- und bundesweit hatte übrigens in diesem wie auch schon im vergangenen Jahr der Haussperling den Schnabel vorne. Auf Platz zwei und drei folgen Amsel und Star. (Text: Marianne Hohlfeld)
Die Kreisgruppe Würzburg lud Ende Mai zu einer Exkursion an die Trockenhänge bei Böttigheim ein. Unter der Führung von Niels Kölbl wurde zuerst ein Massenvorkommen der Bockriemenzunge bestaunt und ein Blick auf das seltene Sommer-Adonisröschen geworfen, während Baumpieper für akustische Umrahmung sorgten. Nach dem Austausch mit einem Böttichheimer Landwirt, der für die Beweidung der Trockenhänge sorgt, ging es auf die LBV-eigenen Flächen, die erst kürzlich im Rahmen einer Flurneuordnung erweitert werden konnten. Dort konnte zwischen Wacholderbüschen eine große Vielfalt an Orchideen und Sommerwurzen bestaunt werden, etwa pink leuchtende Pyramiden-Hundswurzen, Ohnhorn, Ragwurzen, Amethyst- und Große Sommerwurz. Nun ist die Kreisgruppe neugierig auf die Entwicklung dieses Kleinods in den kommenden Jahren.
Bilder: Marlis Heyer

Die LBV-Kreisgruppe pflegt zahlreiche Flächen im Landkreis. Dabei geht es vor allem um den Erhalt hochwertiger Streuobst-Lebensräume. Wir haben das eine oder andere Juwel in unserer Obhut und möchten dafür sorgen, dass diese Hotspots der Artenvielfalt auch in den kommenden Jahren erhalten bleiben. Dafür braucht es mal Handarbeit, mal schwereres Gefährt. Die Bäume und die Wiesen werden von uns gepflegt, manchmal auch mit vierbeiniger Unterstützung.
Wenn Du Lust hast, an der frischen Luft aktiv zu werden, deine Muskeln sinnvoll einzusetzen und dabei Gutes zu tun, melde dich bei uns und hilf mit!
In diesem Jahr geht es los am 7. und 8. Februar in Eisenheim und am 21. und 22. Februar in Böttigheim mit Mahd, Entbuschung und Baumschnitt. Im Sommer wollen wir dann möglichst all unsere Flächen noch einmal mähen.
Möchtest du uns unterstützen? Melde dich hier oder direkt bei unserem 1. Vorsitzenden Niels Kölbl!
Lebt in Ihrem Garten schon ein Igel? Tummeln sich bereits Wildbienen auf Ihrer Wildblumenwiese? Der Zaunkönig ist Ihnen bekannt und ein regelmäßiger Gast? Nein? Dann lesen Sie jetzt bitte unbedingt weiter...
Die wichtigsten Merkmale, um Vögel zu bestimmen. Meist braucht man mehrere Merkmale, um eine Art eindeutig festzulegen.
Vögel am Futterhaus und im Garten sicher erkennen und richtig bestimmen. Bei uns finden Sie alle Informationen, die Sie dafür brauchen. Wir haben Ihnen die Steckbriefe und Stimmen der 25 häufigsten Wintervögel zusammengestellt.
Vielen Verbrauchern scheint der Zusammenhang kaum bewusst zu sein, dass sich unsere heutigen Ernährungsgewohnheiten massiv auf die Vielfalt von Arten und Lebensräumen, insbesondere in unserer Kulturlandschaft auswirken.